Begegnung mit einem Schlüter Forstschlepper

Am heutigen Tag hatte ich die Gelegenheit, mir einen Schlüter anzusehen. Es handelte sich um ein Modell 950 S aus den 80er Jahren. Die Maschine gehört einem Forstbetrieb hier in der Nähe und stammt aus deren Familienbesitz. Der Vater des jetzigen Besitzers hat den Betrieb gegründet, der Schlüter war der erste Schlepper.

Ersatzteile bei Traktorprofi

Die Firma Schlüter baute auch einige Maschinen für die Waldarbeit. In der Regel wurde dabei auf Zulieferer wie Werner zurückgegriffen. Komplette Ausstattungen ab Werk waren eher selten. Dieses Modell erhielt jedoch eine komplette Forstausstattung mit Rückeschild, 2 x 6t-Igland-Winde, Astabweiser, Ölwannenschutz etc. Der erste Besitzer hat dann bis 2010 mit dem Schlepper gearbeitet. Dabei sind mind. 34.000 Betriebsstunden (!) zusammengekommen, wahrscheinlich noch mehr. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist dabei einiges kaputt gegangen bzw. ist den Bedürfnissen angepasst worden. So hat der Schlepper reichlich Schweissnarben von immer wieder zusammengeschweißten Materialbrüchen. Auch sind einzelne Baugruppen (Getriebe, Schaltung, Allradgetriebe) mal ausgetauscht worden. Lediglich der Motor blieb, wie er war. Er erhielt nach Angaben des letzten Besitzers regelmäßig alle 150 Stunden einen Ölwechsel. Bis heute läuft der 6-Zylinder sauber und rund.

Alles in allem also ein Schlepper, dem man sein langes und hartes Arbeitsleben mehr als deutlich ansah. Spätestens jetzt stellte sich die Frage, was man mit einem solchen Fahrzeug machen soll.

Komplett restaurieren oder so lassen, wie er ist?

Diese Frage war bereits beantwortet. Man wollte die Maschine komplett restaurieren und dann wieder für leichtere Forstarbeiten einsetzen.

So könnte er dann mal aussehen:

Schlüter-Forstschlepper

Als ich mir den Schlüter ansehen konnte, war er bereits zerlegt. Kabine und Blechteile waren bereits demontiert, ebenso die Achstrichter, Tanks sowie die Forstausrüstung. Die Instandsetzungsarbeiten am Rumpf waren in vollem Gange. Die Zerlegearbeiten waren abgeschlossen, jetzt folgte der Wiederaufbau. Es zeigten sich die ersten Probleme mit der Ersatzteilbeschaffung. So kam ich ins Spiel.

Bei der Suche nach einer Ersatzteilliste stieß ich dann im Internet auf die Seite von Thomas Peitz, genannt der „Schlüter-Papst“. Er war mir bis zu diesem Zeitpunkt vollkommen unbekannt. Nach den Informationen auf seiner Seite verfügt er aber über ein sehr großes Archiv mit Unterlagen zu allem, was Schlüter heißt. Als ich ihn anrief, stellte ich zu meinem großen Erstaunen fest, dass er nur 10 km von meinem Wohnort zu Hause ist. Was für ein Zufall!

Natürlich kannte Herr Peitz den Schlepper des Forstbetriebs und natürlich wollte er auch mit Informationen helfen. Wir haben uns dann die Maschine gemeinsam angesehen und zusammen mit dem Mechaniker die zunächst erforderlichen Ersatzteile aufgelistet. Dann wurden die Teilenummern aus den Listen des Archivs herausgesucht.

Da die Ersatzteile für einen Schlüter nicht an jeder Ecke zu bekommen sind, hat mir Herr Peitz auch noch Tipps zu Lieferanten gegeben, sodass ich die Teile dann auch besorgen konnte.

So entwickelte sich eine äußerst interessante Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Besitzer, dem Mechaniker, dem Teilebeschaffer und dem Schlüter-Archivar. Ich berichte in weiteren Artikeln über den Fortschritt beim Schlüter.



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